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Effektives Prompten - Tipps und Techniken

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KI & Prompting · Kurzanalyse

Effektives Prompten
Tipps und Techniken

Maximal 3 Regeln pro Prompt – und warum Beispiele die besten Modelle eher bremsen

Baden-Württemberg · Interne Zusammenfassung

19. September 2026

Einordnung

Neue Modelle ändern alte Prompt-Techniken

Teil 1 – vor zwei Wochen

  • Kein "oder?" am Ende des Prompts
  • Rolle geben statt "Schritt für Schritt" verlangen

Heute – zwei weitere Tipps

  • Nicht mehr als 3 Regeln pro Prompt
  • Ziel formulieren statt Beispiele geben

Quelle: ainauten.com – Prompting-Serie

Teil 1 · Tipp 1

Hör auf, "oder?" zu fragen

Tapan Parikh (Cornell Tech) hat 45 Modelle mit Entscheidungsfragen getestet und jeweils nur ein Wort am Satzende verändert: "oder?" gegen "vielleicht?".

"... oder?"

−32 Pkt.

Claude Fable 5 stimmt deutlich seltener zu als bei der neutralen Frage

"... vielleicht?"

+20 Pkt.

Im Schnitt stimmen alle 45 Modelle deutlich öfter zu

Die Antwort hängt mehr davon ab, wie du fragst, als davon, was das Modell wirklich "denkt" – Sycophancy-Bias in Aktion.

Teil 1 · Tipp 1 – Beispiel

Neutral fragen statt Zustimmung suchen

Schlecht – verrät die gewünschte Antwort

Ich überlege, ob ich kaufen oder mieten soll. Kaufen ist besser, oder?

Besser – neutral, keine Ja/Nein-Frage

Ich überlege, ob ich kaufen oder mieten soll. Vergleich beides für meine Situation.

Wie bei einem guten Freund: Verrate nicht, was du hören willst. Neutral fragen, Ja/Nein-Fragen vermeiden.

Teil 1 · Tipp 2

Vergiss das "Schritt für Schritt"

IBM hat acht Prompt-Techniken über 430.000-mal getestet – quer durch GPT-5, Claude, Gemini, Llama und Co.

"Denke Schritt für Schritt" vs. schlichte Frage

−10 Pkt.

Chain-of-Thought verliert deutlich

Frage + Rolle in drei Wörtern

+3 Pkt.

Gewinnt gegen die nackte Frage

Genauso passé: "Sammle Informationen, mach einen Plan und antworte Schritt für Schritt."

Teil 1 · Tipp 2 – Beispiel

Frage plus Rolle statt Denk-Anweisung

Schlecht – Denk-Anweisung

[Deine Frage] Sammle Informationen, entwirf einen Plan, antworte Schritt für Schritt.

Besser – Rolle in drei Wörtern

[Deine Frage] Antworte als [passende Rolle].

Fairerweise: Getestet mit Multiple-Choice-Fragen, nicht mit offenen Texten oder Agenten-Aufgaben. IBM nutzte für jedes Thema dieselbe Rolle ("Reliability Engineer") – ob eine passende Rolle noch mehr bringt, wurde nicht gemessen.

Regel 1

Nicht mehr als 3 Regeln pro Prompt

Meta hat 15 Modelle – u. a. GPT-5.5, Claude 4.7 Opus, Gemini 3.1 Pro – mit Prompts getestet, die 1 bis 12 Regeln gleichzeitig enthalten, z. B. genau 3 Absätze, unter 150 Wörter, keine Emojis.

41%

Einhaltung je Einzelregel bei 8 gleichzeitigen Regeln

5,7%

Alle 8 Regeln gleichzeitig korrekt befolgt

12/15

Modelle fallen schon bei 3 Regeln unter 50%

Detail: Zahlen-Regeln (Wortzahl, Absatzzahl) scheitern häufiger als Wort-Regeln (Pflicht- oder Verbotswörter).

Teil 2 · Regel 1 – Beispiel

Vom Regel-Wust zum 2-Schritt-Prompt

Schlecht – 8 Regeln auf einmal

Schreib einen LinkedIn-Post zu unserem Launch. Genau 3 Absätze. Unter 150 Wörter. Keine Emojis. Nutze "AI-native", "Workflow" und "shippen". Keine Wettbewerber. Ende mit einer Frage. Lesbar für Sechstklässler. Triff meinen Ton.

Besser – 1. Durchgang

Schreib einen LinkedIn-Post zu unserem Launch. Muss drin sein: "AI-native", "Workflow", "shippen". Keine Emojis. Ende mit einer Frage.

Besser – 2. Durchgang (Kontrolle)

Prüf deinen Entwurf gegen diese Punkte, einen nach dem anderen, und überarbeite: 3 Absätze, unter 150 Wörter, keine Wettbewerber.

Fairerweise: Der Kontroll-Durchgang holt laut Studie meist nur 1–2 Regeln zurück, nicht alle.

Regel 2

Ziel statt Beispiele

EPFL, Apple und Mistral haben Few-Shot-Prompting an Matheaufgaben getestet – mit und ohne gelöste Beispiele im Prompt.

Mit 8 Beispielen im Prompt

74%

richtig gelöst

Ohne Beispiele

84%

richtig gelöst

Erklärung: Feste Beispiele zwingen das Modell, Stil und Format zu kopieren – statt selbst zu denken. Gilt vor allem für Top-Modelle (Opus, Fable, GPT-5.6/6); ein schwächeres Modell im Test wurde mit Beispielen sogar besser.

Teil 2 · Regel 2 – Beispiel

Kein Beispiel, dafür ein klares Ziel

Schlecht – Rollenspiel + Beispiele

Du bist ein Weltklasse-Newsletter-Stratege. Hier zwei Beispiele von guten Newslettern. Beispiel 1: [gelöster Fall]. Beispiel 2: [gelöster Fall]. Mach einen Plan und antworte Schritt für Schritt: Wie verbessere ich meinen Newsletter?

Besser – Ziel und echter Kontext

Meine Open Rate ist in drei Monaten von [X] auf [Y] Prozent gefallen. Ich sende jeden Dienstag, Format, Uhrzeit und Betreff-Stil sind gleich geblieben. Was sind die wahrscheinlichsten Ursachen? Frag mich vorher nach den Daten, die du brauchst.

Kein Beispiel – dafür ein klares Ziel, echter Kontext und die Erlaubnis nachzufragen.

Einordnung

Wichtig bei der zweiten Studie

Was tatsächlich getestet wurde

Kleine 7B-Modelle, ausschließlich anhand von Matheaufgaben. Keine direkte Aussage über große Modelle oder kreative Textaufgaben.

Warum es trotzdem plausibel ist

Deckt sich mit eigener Praxiserfahrung: starken Modellen ruhig Freiraum geben, sich Dinge mit einem klaren Ziel selbst zu erarbeiten.

Unser Take

Ausgefeiltes Prompting ist weniger entscheidend als früher – wer die aktuellen Regeln kennt, holt trotzdem deutlich mehr raus.

1

Maximal 3 Regeln pro Prompt – Rest in einen Kontroll-Durchgang

2

Bei starken Modellen: Ziel statt Beispiele geben

Das Feld ändert sich mit jedem neuen Modell weiter.

Quellen

Tag Questions and the Generational Reversal of Sycophancy

Tapan Parikh, Cornell Tech · arXiv:2607.23976 · Teil 1, Tipp 1

Simplicity Paradox

IBM · arXiv:2607.14109 · Teil 1, Tipp 2

Large Language Models Can Follow Instructions, But Not Many at Once

Meta · arXiv:2608.12426 · Teil 2, Regel 1

Soft Guidance Starts to Outperform CoT Prompting as LLMs Improve

EPFL, Apple, Mistral · arXiv:2608.03550 · Teil 2, Regel 2

Prompt-Tipps Teil 1 & Teil 2 (Originalartikel)

ainauten.com

Abschluss

Danke fürs Durchklicken

Vier Tipps, zwei Minuten Testzeit – am besten gleich im nächsten Prompt ausprobieren.

Diese Folien orientieren sich an den Landesfarben Baden-Württembergs, sind aber kein offizielles Dokument des Landes. Erstellt mit Unterstützung von Claude (Anthropic). Quelle: ainauten.com.

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