Fortbildung · KI im Unterricht

Prompting im Unterricht

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Fortbildung · KI im Unterricht

Prompting im Unterricht

Wie ein gut formulierter Prompt aus einem KI-Werkzeug passgenaues Unterrichtsmaterial macht – Schritt für Schritt zum Nachmachen.

Gestaltet im Farbsystem des Corporate Designs Baden-Württemberg

Lehrkräftefortbildung Medienbildung

Einstieg

Warum Prompting im Unterricht?

KI ist längst im Klassenzimmer

Schüler:innen nutzen KI-Tools für Hausaufgaben und Referate – ob Lehrkräfte es vorgeben oder nicht.

Ein guter Prompt spart Zeit

Wer präzise formuliert, bekommt Material, das direkt einsetzbar ist – statt es aufwendig nachzubearbeiten.

Vorbild sein

Prompting lernt man nur durch Vormachen – im Fachunterricht wie in der eigenen Vorbereitung.

Heute geht es nicht ums Programmieren – sondern darum, mit klaren Worten gute Ergebnisse zu bekommen. Genau das üben wir gemeinsam an vier Beispielen.

Einstieg

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Sicher unterwegs

5 Leitplanken für KI im Schulalltag

01

Fakten prüfen

Ergebnisse mit verlässlichen Quellen abgleichen, nicht blind übernehmen.

02

Selbst denken

KI-Texte hinterfragen und in eigenen Worten überarbeiten.

03

Daten schützen

Keine Namen, Adressen oder Gesundheitsdaten in Prompts eingeben.

04

Urheberrecht achten

Fremde Werke nicht als eigene Leistung ausgeben, Quelle nennen.

05

KI verstehen

Funktionsweise kennen, um Chancen und Grenzen einzuschätzen.

Inhaltlich orientiert an klicksafe – „Bleib Safe! 5 Tipps für KI im Schulalltag"

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Werkzeugkasten

Die P.R.O.M.P.T.-Methode

P

Purpose

Zweck klar benennen: „Ich möchte erreichen…"

R

Regions

Prompt in Bereiche gliedern: „Im ersten Schritt…"

O

Order

Reihenfolge festlegen: „Zuerst…, dann…"

M

Markers

Aufzählungen oder Trennlinien zur Struktur nutzen.

P

Precision

Präzise Operatoren nutzen: „Nenne…", „Vergleiche…"

T

Termination

Erwartung ans Ergebnis formulieren: „Zusammenfassend…"

Werkzeugkasten

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Werkzeugkasten

5 Tipps für bessere Prompt-Ergebnisse

01

Sei spezifisch

Klarheit, Kontext und Konzeption angeben – Format, Niveau, Länge.

02

Arbeite mit Beispielen

Ein Beispiel hilft (One-Shot), mehrere helfen noch mehr (Few-Shot).

03

Gehe schrittweise vor

Große Aufgaben in Einzelschritte zerlegen und nacheinander abarbeiten.

04

Nutze KI als Prompt-Hilfe

Die KI selbst nach den nötigen Angaben für den besten Prompt fragen.

05

Übernimm rechtzeitig das Steuer

Nach jedem Schritt prüfen: weiter per Prompt oder selbst nachjustieren?

Inhaltlich nach Manuel Flick, CC BY-SA 4.0

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Praxisteil

Ein Prompt. Ein Ergebnis. Ein angepasster Prompt.

Vier Beispiele zum Nachbauen: Wir starten mit einem Prompt, schauen uns das Produkt an – und verändern dann gezielt eine Kleinigkeit.

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Praxisbeispiel 1 · Matheaufgaben erstellen – Grundschule

Schritt 1 von 4

Der erste Versuch

Prompt · Verwende diesen Prompt

„Erstelle eine Matheaufgabe für die Grundschule."

Aufgabe für dich

Was ist das Produkt, das herausfällt? Überlege kurz, bevor du weiterblätterst.

Das Produkt, das herausfällt

Eine Aufgabe ohne erkennbares Niveau – mal zu einfach, mal zu schwer, ohne Alltagsbezug, oft direkt samt Lösung.

Praxisbeispiel 1 · Vom ersten zum finalen Prompt

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Praxisbeispiel 1 · Matheaufgaben erstellen – Grundschule

Schritt 2 von 4

Rolle und Zielgruppe ergänzen

+ Rolle

+ Zielgruppe: Klasse & Thema

Prompt bisher

„Du bist eine freundliche Mathematiklehrkraft für die Grundschule. Erstelle eine altersgerechte Mathematikaufgabe für die Klasse [1/2/3/4] zum Thema [Thema]."

Effekt: Die Aufgabe ist jetzt an eine Klassenstufe und ein Thema gebunden – aber noch fachsprachlich formuliert.

Praxisbeispiel 1 · Vom ersten zum finalen Prompt

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Praxisbeispiel 1 · Matheaufgaben erstellen – Grundschule

Schritt 3 von 4

Verständlich erklären

+ Einfache Erklärung

Prompt bisher

„Du bist eine freundliche Mathematiklehrkraft für die Grundschule. Erstelle eine altersgerechte Mathematikaufgabe für die Klasse [1/2/3/4] zum Thema [Thema]. Erkläre die Aufgabe einfach und verständlich."

Effekt: Die Erklärung ist jetzt kindgerecht – die Lösung taucht aber meist trotzdem gleich mit auf.

Praxisbeispiel 1 · Vom ersten zum finalen Prompt

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Praxisbeispiel 1 · Matheaufgaben erstellen – Grundschule

Schritt 4 von 4 · Endprompt

Der fertige Endprompt

+ Ausgabe-Regel

+ Alltagsbeispiel

Prompt bisher · Endprompt

„Du bist eine freundliche Mathematiklehrkraft für die Grundschule. Erstelle eine altersgerechte Mathematikaufgabe für die Klasse [1/2/3/4] zum Thema [Thema]. Erkläre die Aufgabe einfach und verständlich. Gib zunächst nur die Aufgabe aus und noch nicht die Lösung. Verwende ein kindgerechtes Beispiel aus dem Alltag."

Was passiert jetzt?

Die Lösung bleibt zunächst bewusst zurückgehalten, ein Alltagsbeispiel sorgt für Anschaulichkeit – der Prompt ist jetzt direkt einsetzbar.

Fünf kleine Ergänzungen – Rolle, Zielgruppe, Verständlichkeit, Ausgabe-Regel, Alltagsbezug – verwandeln eine vage Bitte in ein einsatzbereites Arbeitsblatt.

Praxisbeispiel 1 · Vom ersten zum finalen Prompt

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Vorlage zum Nachmachen

Jetzt bist du dran

1

Verwende diesen Prompt: …dein eigener Prompt zu deinem Fach…

2

Was ist das Produkt, das herausfällt? Ergebnis genau betrachten.

3

Ändere den Prompt gezielt ab – ein Detail, eine Bedingung, ein Format.

4

Was passiert jetzt? Unterschied zum ersten Ergebnis benennen.

Tipp: Nutze dazu die P.R.O.M.P.T.-Methode von vorhin.

Übung

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Praxisbeispiel 2 · Quiz-Generator

Vom generischen Quiz zum passgenauen Material

Verwende diesen Prompt

„Erstelle ein Quiz mit 5 Fragen zum Thema geometrische Körper."

Produkt, das herausfällt

Ein generisches Quiz – Niveau und Format offen, ohne Bezug zur eigenen Lerngruppe.

Prompt
angepasst

Ändere den Prompt so ab

„…als Multiple-Choice, 4 Antwortoptionen, Klasse 4, mit kurzer Erklärung zur richtigen Antwort und Alltagsbeispielen (z. B. Würfel = Spielwürfel, Kugel = Fußball)."

Was passiert jetzt?

Format, Niveau und Alltagsbeispiele stehen fest – direkt einsetzbar statt nachbearbeitet.

Praxisbeispiel 2

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Praxisbeispiel 3 · Vokabel-Memory

Mit Referenz statt aus dem Nichts

Verwende diesen Prompt

„Erstelle ein Memory-Spiel zum Üben von Vokabeln."

Produkt, das herausfällt

Ein leeres Grundgerüst – die KI denkt sich eigene Wortpaare aus, oft unpassend.

Screenshot
ergänzt

Ändere den Prompt so ab

„…mit genau den Vokabelpaaren aus dem beigefügten Screenshot der Wortliste."

Was passiert jetzt?

Die KI übernimmt die exakten Wortpaare – passgenaues statt generisches Material.

Praxis-Tipp: Screenshots oder PDFs als Vorlage mitschicken – so übernimmt die KI komplexe Strukturen korrekt.

Praxisbeispiel 3

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Praxisbeispiel 4 · Universalprompt für Quizspiele

Einsatz: AIS.chat

Ein Prompt für jedes Rate-Thema

Statt für jedes Thema einen neuen Prompt zu schreiben, reicht ein gut strukturierter Rollen-Prompt mit Variablen – einmal bauen, für jedes Thema wiederverwenden.

+ Rolle

+ Variablen als Platzhalter

Prompt · Rolle & Variablen

„Du bist ein Lerntrainer und Spielpartner für ein Ratespiel mit [Zielgruppe]."

Variablen

  • Quizgegenstand: [Quizgegenstand] – z. B. Waldtier, Obstsorte, Beruf
  • Erlaubte Fragen: [Fragekategorie] – z. B. Adjektive und Eigenschaften
  • Max. Hinweise pro Runde: [Max. Hinweise] – z. B. 8
  • Zusätzliche Hilfe ab Hinweis: [Hilfe ab] – z. B. 4

Praxisbeispiel 4 · Ein Prompt, viele Themen

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Praxisbeispiel 4 · Universalprompt für Quizspiele

Ablauf & Stil

Klare Regeln führen die KI

1

Begrüßen und Regeln kurz erklären.

2

Geheimen Gegenstand ausdenken – nie verraten.

3

Nutzer fragt nur nach [Fragekategorie].

4

Klar antworten: „Ja", „Nein" oder „Frage nach [Fragekategorie]".

5

Rateversuch: richtig = gewonnen, falsch = weiter fragen.

6

Jede Frage zählt als Hinweis – ab [Hilfe ab] gibt es mehr Tipp.

7

Nach [Max. Hinweise] auflösen und neue Runde anbieten.

Freundlich & geduldig

Kurze klare Sätze

Verrät nie den Gegenstand

Beispiel-Einsatz in AIS.chat

Zielgruppe: 3. Klasse · Quizgegenstand: Waldtier · Fragekategorie: Eigenschaften · Max. Hinweise: 8 · Hilfe ab: 4

→ Funktioniert genauso für Berufe, Zahlen oder geometrische Körper – nur die Variablen ändern sich.

Praxisbeispiel 4 · Ein Prompt, viele Themen

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Praxisbeispiel 4 · Universalprompt für Quizspiele

Zum Copy-Paste

Der vollständige Prompt – so wie er steht

Du bist ein Lerntrainer und Spielpartner für ein Ratespiel mit [Zielgruppe].

## Variablen

- Quizgegenstand: [Quizgegenstand] (z. B. Waldtier, Obstsorte, Beruf)

- Erlaubte Fragen: [Fragekategorie] (z. B. Adjektive und Eigenschaften)

- Maximale Hinweise pro Runde: [Max. Hinweise] (z. B. 8)

- Zusätzliche Hilfe ab Hinweis: [Hilfe ab] (z. B. 4)

## Ablauf

1. Begrüße den Nutzer kurz und erkläre die Regeln in 1–2 Sätzen. Wiederhole nicht die Einstiegsfrage.

2. Denke dir einen [Quizgegenstand] aus. Nenne ihn NICHT. Bleib bei allen Antworten der Runde bei genau diesem [Quizgegenstand].

3. Der Nutzer darf dir nur Fragen stellen, die nach [Fragekategorie] des [Quizgegenstand] fragen.

4. Prüfe jede Frage und verrate deinen [Quizgegenstand] dabei nicht:

   – Die Frage passt: „Ja. Was ist deine nächste Frage?"

   – Die Frage passt nicht: „Nein. Was ist deine nächste Frage?"

   – Die Frage fragt nicht nach [Fragekategorie]: „Frage mich nach [Fragekategorie]." (zählt nicht als Hinweis)

5. Reagiere auf einen Rateversuch:

   – Richtig geraten: Gratuliere. Die Runde ist gewonnen.

   – Falsch oder keine Idee: Ermutige kurz und bitte um die nächste Frage (weiter mit Schritt 3).

6. Jede gültige Frage zählt als ein Hinweis. Pro Runde gibt es höchstens [Max. Hinweise] Hinweise. Hilf zunehmend mehr: Ab dem [Hilfe ab]. Hinweis verrätst du zusätzlich eine grobe Eigenschaft.

7. Hat der Nutzer den [Quizgegenstand] nach [Max. Hinweise] Hinweisen nicht erraten, verrate ihn freundlich. Die Runde zählt dann als nicht gewonnen. Frage, ob der Nutzer noch eine Runde spielen möchte.

## Stil

- Sei immer freundlich, geduldig und motivierend, auch wenn eine Runde nicht gewonnen wird.

- Schreib kurze, klare Sätze, die zu [Zielgruppe] passen.

- Verrate den [Quizgegenstand] während der Runde nie, auch nicht aus Versehen, durch Andeutungen oder Wortteile.

Praxisbeispiel 4 · Vollständiger Prompt zum Übernehmen

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Abschluss

Grenzen im Blick behalten

Datenschutz

Keine personenbezogenen oder sensiblen Daten in Prompts eingeben – Anbieter können sie speichern.

Urheberrecht

KI-Ergebnisse sind keine eigene Leistung – bei Bedarf Quelle nennen und selbst überarbeiten.

Faktencheck

KI kann überzeugend falsch liegen – Ergebnisse an zuverlässigen Quellen prüfen.

Abschluss

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Abschluss

Zusammenfassung

Gute Prompts sind konkret: Zweck, Format und Niveau klar benennen (P.R.O.M.P.T.).

Iteratives Anpassen macht aus einem generischen Ergebnis passgenaues Material.

Beispiele und Referenzen wie Screenshots verbessern die Trefferquote.

Datenschutz und Urheberrecht bei jedem Prompt mitdenken.

Ergebnisse kritisch prüfen und immer selbst nachbearbeiten.

Abschluss

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Abschluss

Quellen & Hinweise

Manuel Flick: „So erstellst du Spiele für den Unterricht mit Claude 3.5 Sonnet" – manuelflick.de/blog (Inspiration für iteratives Prompten in Lernspielen)

Manuel Flick: „5 Prompting-Tipps für bessere KI-Ergebnisse", CC BY-SA 4.0

klicksafe / Medienanstalt Rheinland-Pfalz: „Bleib Safe! 5 Tipps für KI im Schulalltag" – klicksafe.de

Farbwerte: Design-Portal Baden-Württemberg, design.landbw.de

Diese Folien orientieren sich am Farbsystem des Corporate Designs Baden-Württemberg, sind aber kein offizielles Dokument des Landes. Erstellt mit Unterstützung von Claude (Anthropic).

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